Moderne Buchkunst seit 1960 - Eine private Sicht -  
   

Wolf Spies - Deutschland

Transkription des Textes auf der Collage von Wolf Spies vom 22.02.2004

 

Lese bei einem meiner "Seelenfreunde", dem surrealistischen Dichter ROBERT DESNOS / eines seiner Poeme endet mit dem grandiosen Satz: " - UND AUF MEIN GRAB LEGT EINEN RETTUNGSRING, DENN MAN WEISS JA NIE." / (1900 - 1945) in dem Gedicht "EBENHOLZLEBEN" folgende Zeilen: "- - DER TAG DER NAHE TAG WENN DIE STIMME ÜBER DIE STADT HINWEGGEHEN WIRD: EINE GEISTERMÖWE HAT MIR GESAGT DASS SIE MICH EBENSO LIEBTE WIE ICH SIE LIEBE. DASS DIESE SCHRECKLICHE GROSSE STILLE MEINE LIEBE WAR. DASS DER WIND DER DIE STIMME TRUG DIE GROSSE REVOLTE DER WELT WAR. UND DASS DIE STIMME MIR GEWOGEN SEIN WIRD:" = Da entstehen natürlich sofort Bilder, und lassen das Birnchen im Kopf leuchten = JA. In der Regel spielt also der Text die wesentlichere Rolle. Das Verhältnis zwischen Text und Bild: Manchmal verspeise ich ein Schnitzel, und trinke dazu ein (1) Glas Bier - hin und wieder esse ich ein Käsebrötchen und trinke dazu 4 Gläser Rotwein. Warum mache ich Künstlerbücher: Seit meiner Kindheit sind Bücher ein Grundnahrungsmittel - gehe eigentlich nie ohne Buch aus'm Haus, und vor Reisen benötige ich oft genug einen halben Abend, um mich zu entscheiden, welche Lieblingsbücher ins Gepäck wandern ...Tja, und dann Texte von Lieblingspoetinnen/-poeten in Bücher zu verarbeiten, bzw. diesen eine Verbeugung darzubieten, ist Genuss, Freude und DANKEschön sagen zugleich. "DER DICHTER KANN SICH NUR BEMÜHEN BEIM SCHIFFBRUCH EINE SCHIMMERNDE BOJE ZU SEIN" - AndrĂ© Breton / So ist das ... (?): aber das ist 'ne Menge! Der große engl. Maler DAVID HOCKNEY meinte mal, er könne sich eine Welt ohne Bilder, aber nicht ohne Musik vorstellen - OK - ich kann mir keine ohne Literatur, ohne Bücher vorstellen. Ihnen gute Wünsche und viele Grüße von Wolf Spies.

Auf der Rückseite des Briefumschlags:

"JEDER PLANLOS GEWORFENE
STEIN BEWEGT SICH MIT
ERSTAUNLICHER PRÄZISION AUF
DIE STELLE ZU, AN DER ER
SCHLIESSLICH LANDET."

- Jean Claude Silbermann -