Moderne Buchkunst seit 1960 - Eine private Sicht -  
   

Steffen Volmer - Deutschland

Transkription des Briefes (mit Zeichnung) von Steffen Volmer vom 29.02.2004, 23.30 Uhr

 

Chemnitz, 29.2.2004 / 23 Uhr 30

Lieber Reinhard! ...

jetzt muß es werden, ALSO: ... ein BUCH zu "machen" bedeutet doch konzentrierteste Arbeit und zeitraubendes Sitzen, nach dem man vorher wie von Sinnen HIN + HER rennt ... denn DAS Buch ist die - schlußendlich - komprimierteste Form meiner GedankenWELT zwischen 2 Pappdeckeln, handlich + immer griffbereit. Anfangs gibt es hoffentlich + natürlich eine IDEE, die Klammer für alles FOLGENDE ist. Sie entspringt sozusagen einem künstlerischen Themenkomplex, der mich über einen langen ZEITraum fesselt und beschäftigt ... DAS kann Jahre dauern. Das WERDEN des Buches läuft dann parallel + mit gleicher Intensität zum KunstPROGRAMM ... auf einer zweiten Schiene mit unterschiedlichem Tempo ab. Es kommt vor, daß das Buch dominiert oder aber untergeordnet dahinwuselt ...Wenn ich in puncto Buch einfach lustlos bin. Dieses komplexe Gebilde Buch muß WACHSEN, zuerst innen ... dann AUSSEN. Text und Bild sind niemals wirklich getrennt, sie sind vielmehr homogen, eine Einheit ... denn BEIDE sind eigentlich ZEICHEN ... also Zeichnung! Übrigens: Der Text ist manchmal unterm Schädeldach gebunkert oder kommt automatisch beim Zeichnen, ... ist gewissermaßen deren Bestandteil oder fällt als "Nebenprodukt" ganz einfach ab. Gut SOOO?! ... herzliche Grüße, während es schneit ... Dein Steffen + SCHLUSS / 23 Uhr 55